Persönliches | Hetzt du auch ab und zu achtlos durch deinen Alltag?

Alltagsachtsamkeit

Du hetzt durch deinen Alltag, nimmst auf alle Rücksicht und erledigst gefühlte tausend Dinge täglich? Dabei vergisst du auf das Wichtigste: nämlich auf DICH!

Mein heutiger Artikel startet mit einer Übung zur Achtsamkeit im Alltag. Vielleicht kennst du diese schon aus dem einen oder anderen Artikel von mir. Diese Übung stammt aus dem Zen-Buddhismus und ist sehr beliebt und wirklich total easy.

Eine eins, zwei, drei … Atemübung

Diese Übung geht überall: zuhause, in der U-Bahn, am Arbeitsplatz, in der Warteschlange …

Nimm zuerst eine aufrechte Position ein. Wenn du sitzt dann spüre die Berührungspunkte zum Stuhl oder zum Boden, wenn du stehst dann stehe fest auf beiden Beinen. Stell dir vor wie deine Wirbelsäule dich festhält und stützt.

Richte nun deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem. Atmest du tief oder oberflächlich? Wohin atmest du? Atmest du durch die Nase oder durch den Mund? Hebt sich dein Brustkorb oder dein Bauch?

Lege eine Hand auf die Stelle wo du deinen Atem spürst. Beginne dann deine Atemzüge zu zählen. Eins fürs Einatmen, zwei fürs Ausatmen, drei fürs Einatmen… Wenn du bei zehn angekommen bist, dann beginne wieder bei eins. Das klingt zuerst sehr easy, doch du wirst merken, dass du schon mal bis zwölf oder 13 zählst.

Oft erscheint es deinen Gedanken nämlich ZU einfach zu sein nur bis zehn zählen zu dürfen. 😉 Mach dir allerdings nichts daraus, nimm es mit einem Lächeln und beginne wieder bei eins.

Wirkliches Verständnis erlangen wir dadurch, dass wir mit Achtsamkeit aus unseren eigenen Erfahrungen lernen. (Marie Mannschatz)

So und nun, da du bereits etwas mehr bei dir bist und mit Sicherheit über dich selbst gelächelt hast geht es mit dem eigentlichen Artikel los. 🙂

Woran erkennst du nun, dass du achtlos durch deinen Alltag hetzt?!

Dass du achtlos durch deinen Alltag hetzt erkennst du schon an kleinen Dingen. Wenn du einfach nicht so ganz bei der Sache bist…

  • Du bekleckerst dich mit dem Essen.
  • Du stößt dir das Bein an. (Eine Zeit lang hatte ich mehrere blaue Flecken gleichzeitig :-D)
  • Du suchst deinen Schlüssel um letztendlich zu bemerken, dass er die ganze Zeit vor deiner Nase lag.
  • Du weißt nicht mehr wie du in der Früh in die Arbeit gekommen bist.
  • Du merkst dir die Geschichten von Freunden gerade mal bis du zu Hause angekommen bist.
  • Du nimmst deine körperlichen Bedürfnisse gar nicht wahr.

Kommt dir das ein oder andere bekannt vor? Willst du daran etwas ändern um dich nachhaltig wohler zu fühlen?

1. Wenn du isst, dann isst du und machst dabei nichts anderes.

Du siehst nicht fern, du liest kein Buch, du lernst nicht und du klickst nicht im Internet herum. Das klingt echt einfach, oder?

„Nur“ zu essen, wenn du isst kann wahrlich eine Herausforderung sein. ABER du wirst besser und besser. Und der Vorteil ist auch, dass deine Shirts und Blusen sauber bleiben. 😉

Wenn ich gehe, gehe ich. Wenn ich sitze, sitze ich. Und wenn ich esse, esse ich. (aus dem Zen-Buddhismus)

2. Du schießt von einer Ecke deiner Wohnung/deines Büros in die andere und ständig steht dir was im Weg?

Immer mit der Ruhe. Und eines nach dem Anderen.

Klar geht es drei Dinge gleichzeitig zu machen. Mit der Zahnbürste den halben Geschirrspüler einzuräumen und nebenbei das Bett zu machen. Um dir dann die Zahnbürste in den Gaumen zu rammen. (aus eigener Erfahrung ;-))

Oder im Büro zu telefonieren, dem Kollegen einen Ordner zu reichen und dabei Verrenkungen zu machen, bis sich das Telefonkabel in die maximale Länge spannt um dir beim Zurückfahren – mit dem Drehsessel – ordentlich das Knie zu stoßen. Das wirkt natürlich sehr charmant und liebenswürdig doch in Wirklichkeit stresst es dich und ist nicht notwendig.

Wenn dir ein Gedanke kommt, dieses oder jenes zu erledigen, halte erst mal inne und beende was du gerade tust. Und mache eines nach dem Anderen.

3. Du suchst immer wieder Gegenstände in deiner Wohnung?

Achtlos legst du den Schlüssel, oder das Handy ab um ihn/es nach kurzer Zeit wie verrückt zu suchen.

Findest du es an dem Ort wo du es immer hinlegst, dann hast du während der Suche deinen Fokus wo anderes hingerichtet, warst in Gedanken wo anders.

Findest du es an einem Ort, wo der Gegenstand keinen falls hingehört, dann achte darauf, dass du beim Ablegen von Schlüssel und Co, immer den selben Ort benutzt.

Eh klar „eigentlich“, stimmt’s?! Eine gelegentliche Erinnerung kann diesbezüglich nicht schaden. 😉

4. Gehe auf eine Mini-Entdeckungsreise am Weg in deine Arbeit.

Du brauchst dir keine Sorgen machen, wenn du dich manchmal nicht leicht erinnern kannst wie du A nach B gekommen bist. Du befindest dich dann nur in deiner ganz persönlichen „Alltags-Trance“.

Um dem entgegen zu wirken kannst du Straßenschilder, Werbetafeln, das Grün der Bäume ganz bewusst wahrnehmen und neu entdecken. Damit kannst du sogar etwas fitter werden und nicht so schlaftrunken in der Arbeit ankommen. Eignet sich also besonders gut für Morgenmuffel. 😉

5. Die Kommunikation ist keine Einbahnstraße

Du stellst immer wieder fest, dass du dir Geschichten von Freunden nur kurz und schlecht merkst?

Oft verlieren wir den Fokus und das Gespräch zieht an uns vorbei, in deinem Kopf läuft bereits dazu ein Film. Wir kreieren uns regelrecht unsere eigene Realität.

Um dem entgegen zu wirken gewöhne dir an Blickkontakt zu halten während dein Gegenüber spricht. Stelle auch Fragen um einen Wahrnehmungsabgleich durch zu führen. Erzählt dein Gegenüber von einem „tollen“ Abend, so heißt das für dich vermutlich was ganz anderes. Gerade bei guten Freunden glauben wir, dass wir die selbe Wahrnehmung haben. Auch hier kann es erfrischend sein im Gespräch achtsamer zu werden.

Und ganz nebenbei merkst du dir die Geschichten viel besser. 😉

6. Körperliche Bedürfnisse rutschen dir ab und zu aus dem Fokus.

Gerade beim Arbeiten geraten unsere eigenen körperlichen Bedürfnisse aus dem Fokus. Ist es zu kalt oder zu warm, zu laut oder zu wenig Sauerstoff im Raum, auch das Durstgefühl nehmen wir nicht wahr. Sogar das Zwicken der vollen Blase wird gekonnt bei Seite geschoben.

Lege beim Arbeiten regelmäßig Pausen ein um mit ein paar tiefen Atemzüge den Fokus auf deinen Körper zu richten.  Die „eins, zwei, drei … Atemübung“ eignet sich besonders gut für den Büroalltag um dich wieder mehr selbst zu spüren.

Erlaube es dir selbst. Und wer weiß, vielleicht hast du am Abend nach der Arbeit sogar mehr Energie.

Alltags-Achtsamkeit gehört geübt

Achtsamkeit in unseren hektischen Alltag einzubauen gehört genauso geübt, wie ein Muskel trainiert werden muss. Lass dich nicht entmutigen wenn es dir nicht sofort gelingt. Die ein oder andere Schleife alter Verhaltensmuster ist absolut normal und gehört zum Lernprozess dazu.

Somit bleibt mir nur noch, dir viel Spaß im Umgang mit mehr Achtsamkeit zu wünschen.

Wann wünschst du dir achtsamer im Alltag zu sein?

Bleib‘ so wie Du bist & wachse stets über Dich hinaus!

Deine Viktoria

Beitragsbild © Laterjay via Pixabay

Ein Kommentar, sei der nächste!

  1. Hallo liebe Viktoria,

    ich melde mich auch wieder mal, nachdem eine etwas größere private Veränderung mich en wenig 😉 abgehalten hat

    das kenne ich doch nur zu gut, und es nervt bei näherer Betrachtung schon – hier das Regal einräumen, dann fällt der Tisch ins Auge und wird halb abgeräumt, mittendrin fällt mir die Wäsche auf, die in den Kasten soll, und so geht das dahin (ist gerade wieder aktuell, da ich mit meiner Entrümpelungsaktion auch ein wenig ins Stocken geraten bin und nun weitermachen will, und es fällt mir unheimlich schwer, bei einer Ecke zu bleiben und mich nach und nach durchzuarbeiten)

    also – ich werde weiterüben (und es ist auch klar, dass es so sein muss, schließlich kann man jahrelang praktizierte Verhaltensweisen nicht so einfach von einem Tag auf den anderen ändern)

    alles Liebe
    Bettina

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